Rail Passes (Zug-Sondertickets)

In Japan existiert eine Vielzahl an Zuggesellschaften, zum einen die staatliche Japan Rail (JR), zum anderen regionale Betreiber. Das macht das Netz etwas kompliziert, da manche Strecken von unterschiedlichen Betreibern bedient werden und somit unterschiedliche Tarife und Zeiten relevant werden. Es wird nicht einfacher durch die große Vielfalt an analog zum Schönes-Wochenende-Ticket der Deutschen Bahn. Nur von der Pünktlichkeit erwarte ich mir mehr als von DB gewohnt. Zeiten und Preise lassen sich dank Hyperdia (und sogar GoogleMaps!) ermitteln.
Die sogenannten Rail Passes gibt es in einer nationalen und mehreren regionalen/privaten Varianten. Eine hilfreiche Übersicht gibt es im Japan-Guide.
Am beliebtesten ist der JR Pass, der auf allen JR Strecken in Japan gilt, selbst im Schnellzug shinkansen. Er ist für 7, 14 oder 21 Tage erhältlich, jedoch recht teuer. Damit lohnt er sich nur für Urlauber, die in ein bis zwei Wochen möglichst viele, weit auseinanderliegende Reisestationen planen, z.B. Tokyo-Hiroshima und zurück. Besser kommt man jedoch meiner Meinung nach einfach mit einem Gabelflug, sodass man auch die Strecke nicht wieder zurückfahren muss. Interessant ist der JR Seishun 18 Kippu, der nur zu bestimmten Zeiten erhältlich und gültig ist. Dieser gilt für 5 Tage, nicht im shinkansen und lohnt sich bei einzelnen längeren Strecken oder Tagesausflügen (Hin-und Rückfahrt an einem Tag, Preis > 2.300Yen). Das ist aber gar nicht so einfach, z.B. kostet Osaka-Wakayama einzeln ca. 1.100Yen, Nagoya-Nakatsugawa 1.280 Yen oder Kyoto-Uji gar nur 230Yen.
Wir haben bzgl. regionaler Pässe nur die folgenden im Blick gehabt:

JR Kanto Area Pass (8.300Yen, 3 zusammenhängende Tage): gut für Ausflüge nach Nikko, Mt. Fuji, Karuizawa oder Izu. Da wir, abgesehen von der Kofu-Tokyo-Strecke, wenig in der Kanto-Region unterwegs sind und die geplanten Tagesausflüge von Tokyo recht preiswert sind, lohnt sich dieser Pass nicht für uns.

Enoshima Kamakura Free Pass (1.430Yen, 1 Tag, ab Shinjuku): Von Odakyu Railways ausgestellt, ist dieser Pass, wie der Name verspricht, für Ausflüge nach Kamakura oder Enoshima von Tokyo aus gedacht. Ein sog. Free Pass beinhaltet auch den Transport vor Ort, in diesem Fall mit der Enoshima Monorail. Für Ausflüge nur nach Kamakura (890 Yen eine Richtung) ist die Strecke recht umständlich, man würde jedoch auch hier sparen.

Surutto Kansai/ Kansai Thru Pass (3.800/5.000Yen, 2/3 zhg. Tage): Auf allen privaten Linien in Kansai gültig. Dieser Pass dürfte vielen Reisen Vorteile bieten, da auch der innerstädtische Verkehr abgedeckt wird. Wir haben jedoch nicht vor, so oft öffentliche Verkehrsmittel zu nehmen, für unsere Ausflüge eignen sich die folgenden Varianten mehr.

JR West – Kansai (2.000 – 6.000Yen, 1-4 zhg. Tage): Falls wir zur Himeji-Burg fahren werden (1 Fahrt >1400Yen), lohnt sich dieser Pass.

Kintetsu Rail Pass (3.700 Yen, 5 Tage): Einer der besten Pässe. In 5 Tagen kann man damit (von Osaka) nach Nara, Iga und Kyoto fahren, darüber hinaus (nicht in unserem Fall) nach Nagoya und Ise.

Erwartungen und Schwierigkeiten

Artikel über Japan beinhalten bevorzugt Begriffe wie “Kulturschock” oder “Faszination” – auch wenn sog. Kulturschocks aus meiner Sicht eher eine reißerische Bezeichnung für die der Sprachunkundigkeit sowie der Neuartigkeit des Erlebens geschuldeten Verwirrung sind und Japan ein eher konservatives Land zu sein scheint. Sofern man nicht mit einer Brille seine Umgebung besieht, die das vermeintlich Skurrile hervorhebt und man so den Bezug zur (leicht variierenden) Normalität verliert, kann man sich an viele Eigenheiten gewöhnen. Dennoch gibt es Dinge, die insbesondere bei einem Kurzaufenthalt ins Gewicht fallen, da hier neue Eindrücke konzentrierter auf den Besucher einströmen.
Ich persönlich glaube nicht, dass mich noch viel beunruhigen kann, da ich bereits während meines halben Jahres in China zahlreiche grenzwertige Erlebnisse hatte, was meinen Komfortbereich erweitert hat. Anders als ein Buchtitel suggeriert, können sich nicht allzu viele Gelegenheiten ergeben sich wie “die Axt im Chrysanthemenwald” zu benehmen. Von zur Illustration von Benimmregeln – immerhin soziokultureller Klebstoff und keine willkürliche Verschrobenheit – dienenden konstruierten Begebenheiten abgesehen…Das Ausziehen von Schuhen und der Wechsel auf Klopantoffeln ist nachvollziehber und keine Fettnäpfchen-Schikane. Am Esstisch mit Taschentüchern zu hantieren ist logischerweise auch nicht besonders hygienisch. Es ist keiner gezwungen, zur Rushhour öffentliche Verkehrsmittel zu nehmen, zumal man sich bei der Gelegenheit auch von der Gleichung Japan=Tokyo verabschieden könnte. Nicht alle Gaijin sind 1,90m groß und müssen unter japanischen architektonischen Besonderheiten leiden (ok, das sagt sich leicht mit 1,57m ^^). Über die Ernsthaftigkeit einen deutschen “Ja” bin ich mir auch nicht sicher, auch wenn die japanische Ausdrucksweise sicher indirekter ist. Nackt die öffentlichen Bäder zu nutzen ist nicht anders als ein Sauna oder FKK-Strandbesuch – immerhin in Japan nach Geschlechtern getrennt, sodass Prüderie eigentlich völlig überflüssig ist.
Wo sind sie also, die berüchtigten Stolperfallen? Wir werden es sehen.
Fragen, die ich mir stelle, sind unter anderem:
– Wo finde ich beim Weggehen meine Schuhe wieder?
– Wie schwierig ist es, im Restaurant Sonderwünsche (vegetarisch/vegan) hervorzubringen?
– Wenn man am Automaten im Restaurant bezahlt, wo bekommt man das Essen?
– Werden wir immer den richtigen Schalter für Zugtickets finden? (Ich habe in China bzgl. Zugfahrten ausschließlich schlecht Erfahrungen gemacht.)
– Wie gehen die Menschen mit Fotografieren um?

~~~Eulchen-chan

Unterkünfte

Die folgenden Unterkünfte haben wir für unsere Reise gebucht. Entscheidungskriterien waren die Erlaufbarkeit von Sehenwürdigkeiten, der möglichst traditionelle Zimmer-/Gebäudestil sowie ein gutes Preis-Leistungsverhältnis. Hinzu kommen einige spezielle Unterkünfte, bei denen es um das Erlebnis der Unterkunft selbst geht – dazu gehören die 宿坊 shukubo Tempelübernachtung, das Kapselhotel und ein Internetcafe. Nicht ausschlaggebend waren hingegen Aktivitäten (z.B. von Hostels offerierte Bastel-/Kochnachmittage), privates Bad oder Zimmergröße.

Osaka -> U-En Guesthouse* 由苑

Koyasan -> Tempel Daien-in* 大圓院

Kyoto -> OKI’s Inn* 沖のまちやど
Kyoto -> Samurai Bar* (via AirBnB)* 士心
Kyoto -> 9hrs Kapselhotel* 9h

Nagoya -> Kyoya Ryokan* 京屋

Tsumago -> Minshuku Daikichi* 大吉

Matsumoto -> Ace Inn Matsumoto*

Okuhida -> Kamonji Goya Hütte* 嘉門次小屋
Okuhida -> Pension Grindelwald* グリンデルワルト
Okuhida -> Hirayu-no-mori Ryokan* ひらゆの森

Kofu -> Toyoko Inn Ekimae No.1* 東横INN

Tokyo -> toco. Hostel toco.
Tokyo -> Familie (via AirBnB)* RainbowMeguro

* bestätigt