Erwartungen und Schwierigkeiten

Artikel über Japan beinhalten bevorzugt Begriffe wie “Kulturschock” oder “Faszination” – auch wenn sog. Kulturschocks aus meiner Sicht eher eine reißerische Bezeichnung für die der Sprachunkundigkeit sowie der Neuartigkeit des Erlebens geschuldeten Verwirrung sind und Japan ein eher konservatives Land zu sein scheint. Sofern man nicht mit einer Brille seine Umgebung besieht, die das vermeintlich Skurrile hervorhebt und man so den Bezug zur (leicht variierenden) Normalität verliert, kann man sich an viele Eigenheiten gewöhnen. Dennoch gibt es Dinge, die insbesondere bei einem Kurzaufenthalt ins Gewicht fallen, da hier neue Eindrücke konzentrierter auf den Besucher einströmen.
Ich persönlich glaube nicht, dass mich noch viel beunruhigen kann, da ich bereits während meines halben Jahres in China zahlreiche grenzwertige Erlebnisse hatte, was meinen Komfortbereich erweitert hat. Anders als ein Buchtitel suggeriert, können sich nicht allzu viele Gelegenheiten ergeben sich wie “die Axt im Chrysanthemenwald” zu benehmen. Von zur Illustration von Benimmregeln – immerhin soziokultureller Klebstoff und keine willkürliche Verschrobenheit – dienenden konstruierten Begebenheiten abgesehen…Das Ausziehen von Schuhen und der Wechsel auf Klopantoffeln ist nachvollziehber und keine Fettnäpfchen-Schikane. Am Esstisch mit Taschentüchern zu hantieren ist logischerweise auch nicht besonders hygienisch. Es ist keiner gezwungen, zur Rushhour öffentliche Verkehrsmittel zu nehmen, zumal man sich bei der Gelegenheit auch von der Gleichung Japan=Tokyo verabschieden könnte. Nicht alle Gaijin sind 1,90m groß und müssen unter japanischen architektonischen Besonderheiten leiden (ok, das sagt sich leicht mit 1,57m ^^). Über die Ernsthaftigkeit einen deutschen “Ja” bin ich mir auch nicht sicher, auch wenn die japanische Ausdrucksweise sicher indirekter ist. Nackt die öffentlichen Bäder zu nutzen ist nicht anders als ein Sauna oder FKK-Strandbesuch – immerhin in Japan nach Geschlechtern getrennt, sodass Prüderie eigentlich völlig überflüssig ist.
Wo sind sie also, die berüchtigten Stolperfallen? Wir werden es sehen.
Fragen, die ich mir stelle, sind unter anderem:
– Wo finde ich beim Weggehen meine Schuhe wieder?
– Wie schwierig ist es, im Restaurant Sonderwünsche (vegetarisch/vegan) hervorzubringen?
– Wenn man am Automaten im Restaurant bezahlt, wo bekommt man das Essen?
– Werden wir immer den richtigen Schalter für Zugtickets finden? (Ich habe in China bzgl. Zugfahrten ausschließlich schlecht Erfahrungen gemacht.)
– Wie gehen die Menschen mit Fotografieren um?

~~~Eulchen-chan

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s